Aktuell
Taucherblog Vereinsfahrt 2026 - Tag 6 "Az.: 0815/4711 - A/S"
Liebe Tauchlinge,
zunächst will ich nicht verheimlichen, dass es sich bei der jährlichen Vereinsfahrt - für 2026 das malerische Sardinien - um ein Event allerhöchster Güte handelt, von tollen und sehr beeindruckenden Tauchspots bis hin zu einem opulenten Abendmahl war alles vertreten, doch DAS ist NICHT die ganze Wahrheit! Ferner will ich Euch vom heutigen Tag berichten, der mit höchst anzunehmender Wahrscheinlickeit in die Analen der Klingenmünsterischen - ja gar der weltlichen - Tauchgeschichte eingehen wird.
Einleitende Worte:
Aus Gründen der besseren Verständlichkeit wird im nachfolgend dargelegten Bericht die ich-Form verwendet, wobei hier ausdrücklich die Unbetroffenheit des Verfassers erwähnt werden soll.
Haftungsausschluß:
Es wird ausdrücklich auf den Haftungsausschluß der TSG hingewiesen. Das Lesen dieses Berichtes geschieht auf eigenes Risiko unter Ausschluß jeglicher Ansprüche gegen die TSG- Klingenmünster e.V.. Mögliche Folgeschäden wie Schlafstörungen, Alpträume usw. sind nicht ausgeschlossen, kommen allerdings regelmäßig lediglich bei einer von zwei Personen vor.
Tauchbeginn:
Nach Einnahme eines kurzen mitternächtlichen Frühstückes (Anmerkung: Grundsätzlich ist alles vor 11:00 Uhr mit Mitternacht gleichzusetzen) begab ich mich, zusammen mit anderen Tauchgenossinnen und Tauchgenossen, auf das Boot, um dort - frohen Mutes - zwei sog. Bootstauchgänge absolvieren zu dürfen.
Durch das Frühstück gestärkt, konnten mit Eiern, Speck, Kaffee und weiteren Leckereien im Bauch die Tauchgänge beginnen.
Anfahrt zum Tauchspot:
Das Meer meinte es gut mit uns, sodaß das Boot (Anmerkung: RIP, 2x 200 PS AB) unter Vollast mit gemütlichen 30-40 Knoten bei leichtem Wellengang die erste Tauchörtlichkeit erreichen konnte.
Das Füttern der Fische mittels vorverdautem Frühstück hielt sich - zum Leidwesen der Fische - in Grenzen und so konnte der erste Tauchgang beginnen.
Fini-Gedon:
Kurz nach dem Verlassen des Bootes nahm das Unglück seinen Lauf.
Mein (Ich-Form) Fini (Kurzform von Fini-Meter) blubberte fröhlich und stetig vor sich hin, was es - meine ich zu meinen - grundsätzlich nicht soll, ja sogar nicht darf.
Fakten:
Das Fini wies im Bereich der vorderen Verschraubung eine Undichtigkeit auf, welches zu einem stetigen Abblasen führte.
Alternative Fakten:
Beim Überbordgehen konnte ich - zwar nur in Umrissen, aber dennoch - einen Xiphias gladius erkennen, welcher - und da bin ich mir ziemlich sicher - mit seinem Schwert mit voller Absicht den Schlauch meines Fini-Meters angeschnitten hatte.
Das ganze kann dadurch untermauert werden, dass dieser - bevor er dann schnell wieder abgetaucht ist, mir ins Gesicht gelacht hat.
Da ich des schwertfischlichen Dialektes leider nicht mächtig bin, konnte ich lediglich das Wort "Blödtaucher" wahrnehmen.
Ich nehme an, dass der Schwertfisch zuvor schlechte Erfahrungen mit Tauchern gemacht hat.
Entscheidung Abbruch oder nicht:
Da ein stetig hör- und wahrnehmbar vor sich hin blubberndes Fini-Meter grundsätzlich nicht zu einer Steigerung des Tauchwertgefühls beiträgt und - wohl gemerkt, zu Beginn des Tauchganges - eine klitzekleine minimale Mikrounsicherheit mit sich bringen kann, hatte ich für den Zeitraum einer Millisekunde nachgedacht und mich danach für das Fortführen des erst gerade begonnen Tauchganges entschieden. Der Guide überließ mir die Entscheidung und nach Rücksprache mit meinem Buddy (Anmerkung, eine junge Frau, Luftverbrauch von ca. 1 bis 2 Litern pro Minute, oder weniger) und deren Rückversicherung über mögliche Wechselatmung, startete ich den Tauchgang.
Fakten:
Der Tauchgang wurde erfolgreich absolviert, als Enddruck war mit 30 Bar (nach Sicherheitsstop) die Reserve nur leicht unterschritten, alles war gut.
Alternative Fakten:
Da der Flaschendruck doch stärker abnahm, als erwartet, konnte ich mich mittels eines beim Militär erlernten Trickes bedienen, der sog. Tetraodontidaedose. Bei dieser sehr selten verwendeten Technik handelt es sich um eine Überlebenstechnik, welche damals - u.a. auch in diversen kriegerischen Auseinandersetzungen Verwendung gefunden hatte - und heute noch bei einigen militärischen Einheiten Verwendung findet.
Tetraodontidaedose:
Bei der o.g. Technik handelt es sich um die sog. Kugelfischtechnik, bei welcher ein Kugelfisch um Unterstützung gebeten wird. Dies setzt natürlich das Kennen des Kugelfischdialektes voraus, welches ich im Rahmen meiner militärischen Ausbildung geniesen durfte.
Bei dieser Technik wird ein gerade umherschwimmender Kugelfisch in der Art um Unterstützung gebeten, als dass er bei der Generierung von Atemluft unterstützt. Dies geschieht folgendermaßen:
1.: Kugelfisch fragen, ob er Zeit hat und hilft
2.: Kugelfisch keine Zeit/Lust: Pech gehabt
3.: Kugelfisch Zeit/Lust: Glück gehabt, dann:
4.: Kugelfisch schwimmt nach oben, pumt sich mit Luft voll
5.: Kugelfisch taucht ab und bläst Luft über Zweitregler in das System ein (Achtung: Nur über Zweitregler, da Kugelfische zu den giftigsten Tieren der Welt gehören, Gefahr einer Nervenvergiftung durch Tetrodotoxin, ACHTUNG: FAKT!!) OHNE DEN TAUCHER ZU BERÜHREN. Und so habe ich es ohne Probleme geschafft, meinen Tauchgang problemlos zu beenden.
Anzumerken gilt allerdings, dass der Kugelfisch als Gegenleistung ein großes Rindersteak verlangt hat, was bei seiner alltäglichen Ernährung in Form von Sushi natürlich den Wunsch nach einem guten Stück Rindfleisch erklären würde. Der zweite Tauchgang wurde dann mit Ersatzatemregler durchgeführt, zumal der Kugelfisch für die erneute Luftspende seine gesamte Familie in ein Steakhouse eingeladen haben wollte, was mir - als Schwabe - natürlich viel zu teuer gewesen wäre.
Nachttauchgang:
Am selbigen Tage wurde zum Ausglang der sonnenbehafteten Tageszeit ein Nachttauchgang durchgeführt.
Hierzu trafen sich Taucherinnen, Taucher, sowie eine mir persönlich bekannte Familie von Anglerfischen in der Bucht von Capo Galera, um dort einen Nachttauchgang durchzuführen.
Der Anglerfischvater führte den kompletten Tauchtrupp an, seitlich begrenzt durch seine Kinder, die Anglerfisch-Mutter schloß die Formation als - im wahrsten Sinne des Wortes Schlußlicht - ab.
Auch hier konnte der Tauchgang ohne nennenswerten Verluste erfolgreich abgeschlossen werden.
Lediglich ein Taucher, der nicht davon abzubringen war, seine mit einer brennenden Kerze ausgestattete Lampe verwenden zu wollen, wurde - nach Eintauchen ins Wasser - mit relativer Dunkelheit bestraft.
Abschließende Worte:
Lest diesen Tagesbericht mit Humor, einem Glas Wein oder Essig in der Hand, geniest das Leben, denn wir - die Taucherinnen und Taucher der Tauchsportgruppe Klingenmünster (Rheinland Pfalz) tun dies hier in Capo Galera (Sardinien) in vollen Zügen.
Und denkt immer daran .....................Kugelfisch......:-)
Taucherblog Vereinsfahrt 2026 - Tag 5 „Pizza und Was-Hai“
Heute morgen hat der Tag für die Taucher wieder sehr früh gestartet, denn es gab ab 7 Uhr Frühstück. Dann ging es ab 8 Uhr wieder auf die Boote und ab in die Grotten.
Beim ersten Tauchgang ging es zur Grotta di Nereo, wo die Taucher ganz viele Zackenbarsche, Anemonen, Schnecken, Muscheln und viel mehr gesehen haben. In der Grotte sind die Taucher durch eine Art Tunnel getaucht und der Ausgang hat ein Herz dargestellt. Die Grotta di Nereo ist die größte Grotte des Mittelmeeres.
Danach ging es zu einem zweiten Tauchgang zur Grotta delle Stalattiti wo viele Zackenbarsche, Muränen, Drachenkopffische und Steinfische und viele andere Fische gesichtet wurden. Auch fand eine Begegnung der verschiedenen Tauchgruppen unter Wasser statt, die in einer Gruppenumarmung geendet ist.
Nach einer kurzen Mittagspause sind ein paar unermüdliche Taucher zu einem dritten Tauchgang aufgebrochen. Das neue Ziel war die Grotta di Falco. Vor Ort wurden Korallen an der Decke bewundert und Congeraale gesichtet. Die erfahrenen Taucher sind durch eine Höhle in der man auftauchen konnte. Dort wurden die Jackets abgelegt und es wurde geklettert, um Stalaktiten zu bewundern, die aus Salz bestanden. Wegen der Nässe in der Höhle ist leider ein Taucher (nicht aus unserer Gruppe) ausgerutscht und verunfallt, weshalb dieser schnellstmöglich an die Oberfläche transportiert wurde. Gute Besserung!
Das „Demenztauchen“ hat sich zwar verbessert, jedoch sind hin und wieder einzelne ausrutscher wie z.B. Blei vergessen oder Inflator nicht angeschlossen passiert.
Ein besonderer Hingucker war die Familie Kühnlenz, die zu 6. auf ihrem SUP das Meer unsicher gemacht haben. Mit dem krönenden Abschluss, dass Patrick einen Kopfstand auf dem SUP gemacht hat.
Zum Abendessen gab es sehr leckere selbst gemachte Pizza und zum Abschluss des Abends wurde eine neue Version des Spieles „Werwolf“ die Taucher Edition „Was-Hai“ gespielt.
Taucherblog Vereinsfahrt 2026 - Tag 4 - "Flitterwochen"
Auch heute startet der Tag früh, um 6.40 Uhr, denn ab 7.00 Uhr gibt es Frühstück und um 8.00 sollen wir wieder unser Equipment fertig zusammen gebaut haben. Im Vergleich zu den vorherigen Nächten hatten wir in dieser Nacht jedoch das Problem der Schnaken nicht, wer sich die Zimmerwände anschaut erkennt sehr schnell warum. Ein wenig weiße Farbe würde dem Raum gut tun. Die * (ein Stern) Gruppe ist heute überschaubar groß und besteht nur aus vier Personen, davon zwei nicht TSGlern. Ricardo steuert das Speedboot mit gemächlichem Tempo in Richtung Capo Caccia und wir gehen vor Anker. Alessandra wird uns als Guide Richtung Grotta della Madonnina begleiten. Nach kurzem Briefing geht es unter Wasser und wir sehen schon bald einen kleinen Schwarm Barracudas sowie eine Muräne, die sich bei näherer Betrachtung in ihre Höhle zurück zieht.
Die Strömung ist stärker als an den bisherigen Spots und ich muss mich mehr auf das tarieren und Kurs halten konzentrieren, sodass die kanpp 50 Minuten recht schnell vorbei sind als wir wieder auftauchen. Alles hat gut geklappt, wir stärken uns mit Tee und Keksen, tauschen die leeren Flaschen gegen volle aus und fahren zu unserem zweiten Spot, zur Grotta del Pozzo.
Auch hier geht es nach einem kurzen Briefing ins Wasser und an Fischschwärmen, Felsen und durch einen Torbogen hindurch zur Grotte. Wir tauchen einige Meter hinein und bestaunen die Unterwasserwelt mit unseren Lampen. Insbesondere der Blick aus dem Dunkeln hinaus ins strahlende Blau ist beeindruckend.
Nachdem wir die Grotte verlassen haben, sehen wir die eben abgegebene Luft als feine Blasen aufsteigen, wie Kohlensäure im Champagnerglas. Das Meer ist in diesem Bereich deutlich ruhiger und so kommen wir entspannt nach 50 Minuten am Boot an.
Wir schließen den Ausflug mit einer kurzen Bootstour bei herrlichem Sonnenschein ab. Zum Abendessen gibt es Cannelloni mit Hähnchen und Salat und beim anschließenden geselligen Beisammensein mit "Espresso", Schokolade und Chips kommt heraus, dass die diesjährige Vereinsfahrt für zwei Anwesende die Flitterwochen darstellt.
Die freudige Nachricht wird lautstark gefeiert und so klingt der Tag mehr als gelungen aus.
Taucherblog Vereinsfahrt 2026 - Tag 3 - "Demenztauchen"
Der Tauchtag startet wie üblich um 7:00 Uhr mit Frühstück. Danach wurde die Ausrüstung zusammengestellt und per Lift zum Boot abgelassen. Per Menschenkette wurde alles aufs Boot gehieft und los ging es. Stopp!! Jenny hatte ihr Jacket vergessen. Leine wieder zurück. Kurzer Sprint - Jenny wieder da- und los ging's, jetzt richtig. Alessio erklärt nochmal eindringlich, beim nächsten Mal die Ausrüstung vorher zu kontrollieren und darauf zu achten, dass alles auf dem Boot auch ankommt. Kurz darauf kam das Speedboot Gomone vorbei und brachte ihm seinen vergessen Atemregler.... Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir unseren Tauchplatz Grotta dei Pozzo. Alle machten sich fertig und ließen sich nacheinander ins Wasser gleiten. Unser "Reiseleiter" hatte es besonders eilig und sprang gleich ohne Flossen ins Wasser.
Der Tauchgang startete mit einem Makrelen Schwarm , ein großer Oktopus zeigte die Richtung zur Grotte. Paolo unser Guide machte eine kurzen Test durch einen engen Tunnel. Alle bestanden und rein ging es in die Höhle. Vor uns lag ein Bärenkrebs. Beim genaueren Schauen war es leider nur die Hülle. Im Innern der Höhle leuchteten wir den tollen Bewuchs an der Decke an. Darunter auch Ansätze von roten Korallen. Nach kurzem begutachten tauchten wir höher zum Ausgang der sich auf 5m befand. Was bedeutete, dass wir zum weitertauchen erneut Abtauchen mussten. Das führte erneut zu einer Unterbrechung. Annette kam wegen Druckausgleich- Problemen nicht tiefer und durfte mit Paolo, als persönlichen Guide, weitertauchen. Alle anderen schlossen sich Gruppe 2 an und tauchten zusammen zurück. Wieder an Bord wurden die Flaschen getauscht. Plötzlich hatte Banzi die Schraube vom Ventil in der Hand. Neue Flasche, kurze Teepause und weiter ging's mit Tauchgang 2. Wieder startete der TG mit Verzögerung. Peter hatte keine Bleitaschen eingesteckt. Beim Abtauchen begrüßten uns ein paar Barrakudas und etlich große Zackenbarsche, die sich in aller Ruhe von Putzerfischen putzen ließen.
Der Tunnel zur Grotte dei Cervi war sehr eng. Im Inneren der Höhle konnten alle Auftauchen. Die Akustik war enorm und Banzi stimmte auch gleich unsere Vereinshymne an. Es ging weiter in eine noch kleinere Höhle, in der versteinerte Hirschknochen und Schädel zu sehen waren. Beim Ausstieg überlegten einige, ob sie da überhaupt wieder durchpassen. Alles ging gut! Auf dem Rückweg begleiteten uns Zackenbarsche. Ein Schwarm Makrelen, gefolgt von kreisenden Barrakudas. Nächstes Problem. Das Boot stand nicht an der gesuchten Stelle. Unsere Gruppenführerin Alexandra schoss die Boje hoch und verlor dabei ihre Spule.
Zum Glück war das Boot nicht weit entfernt und alle fanden sich wieder vollzählig an Bord ein. Alles in allem zwei tolle Tauchgänge am Vormittag.














